Donnerstag, 16. Februar 2017

Die Chroniken der Verbliebenen #1 - Der Kuss der Lüge

Quelle: Luebbe One
Der Kuss der Lüge
von Mary E. Pearson  

Originaltitel: The Kiss of Deception
aus dem amerikanischen Englisch von: Barbara Imgrund


Erscheinungstermin: 16. Februar 2017

Hardcover
559 Seiten, junge Erwachsene
ISBN: 978-3-8466-0036-8 

€ 18,00 [D]  
ebook € 13,99 [D] 

Verlag: Luebbe One



Klappentext:

Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen ...


Zitate:
"Ich war erst siebzehn. Hatte ich denn kein Recht auf meine eigenen Träume für die Zukunft?" Seite 12
"Er folgte mir, wohin ich auch ging, suchte nach mir, als hätte ich ein Geheimnis gestohlen, das ihm gehörte." Seite 127

Meinung: 

Lia, die 17-jährige Tochter des Königs von Morrighan, ist unglücklich. Als erste Tochter sollte sie nicht nur über die Gabe der Siarrah verfügen -was definitiv nicht der Fall ist-, sondern auch den Prinzen von Dalbreck heiraten, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat!
Natürlich hält sie nicht viel von einer arrangierten Hochzeit, vor allem nicht, weil sie komplett auf einem politischen Abkommen beruht. Sie kann nicht verstehen, dass ihr Vater sie für ein Bündnis mit Dalbreck „verschachert“, nur um den immer öfter auftretenden Barbaren zu trotzen! Alles in ihrem Elternhaus steht im Zeichen von Pflicht, Tradition und Politik, aber Lia will mehr als das!
Alles was sie will, ist ihr eigenes Leben zu leben, eigene Entscheidungen zu treffen und -falls das Schicksal es gut mit ihr meint- die Liebe zu erleben.
So kommt es, dass sie am Tage ihrer Hochzeit flieht, ohne den Prinzen auch nur angesehen zu haben. Wohl wissend, dass dies Hochverrat gleichkommt, auf den normalerweise die Todesstrafe droht.
Doch gerade als sie ihr Fluchtziel erreicht hat und sich in Sicherheit wähnt, tauchen zwei Männer auf, die ihr nicht bekannt sind und die beide ein reges Interesse an ihr zu haben scheinen. Was Lia nicht weiß: einer davon ist der verschmähte Prinz, der andere ein Attentäter... 

Der Schreibstil der Autorin hat mir besonders gut gefallen. Er ist nicht nur sehr bildhaft und phantasievoll, auch versteht es Mary E. Pearson den Leser tief in die Charaktere eintauchen zu lassen. 
Der Großteil der Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Lias Sicht erzählt, so habe ich mit ihr gelitten und aus erster Hand an ihren Träumen und Sehnsüchten teilgenommen. Ihr Traum von einem "eigenen" Leben bestimmt ihr komplettes Denken und Handeln, wobei sie sich -trotz Prinzessin- für keine Arbeit oder direkte/flapsige Antwort zu schade ist. 
Aber auch die anderen beiden Hauptcharaktere, Rafe und Kaden, kommen hierbei nicht zu kurz. Immer mal wieder sind kurze Kapitel aus ihrer Sicht eingeflochten, was die Spannung enorm erhöht. Leider muss ich das so stehen lassen, denn zuviel will ich ja noch nicht verraten ;)
Aber auch durch die anderen Bereiche ziehen sich Kreativität und Ausdruckskraft der Autorin. Ob Landschaften, Nebencharaktere -oder Handlungen, die Geschichte ist wunderschön geschrieben und ausgearbeitet, da will man das Buch gar nicht mehr weglegen...

Fesselnd, geheimnisvoll und voller Emotionen ist "Der Kuss der Lüge" für mich definitiv ein Highlight, das in keinem Buchregal fehlen sollte!  
Ich hatte viel Freude am Lesen und bin wirklich mehr als froh, dass Band 2 - "Das Herz des Verräters" bereits im Mai erscheint!! 
Zumal das Ende mit einer derartigen Spannung aufhört, dass diese drei Monate schon beinahe zu viel sind :D 


mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen


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Montag, 13. Februar 2017

Ich wollte nur, dass du noch weißt...

Quelle: Loewe
Ich wollte nur, dass du noch weißt...
von Emily Trunko  

Illustriert von Lisa Congdon 
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Nadine Mannchen

Erscheinungstermin: 13. Februar 2017 

Hardcover mit Folienprägung, abgerundeten Ecken und Lesebandab 14 Jahren
192 Seiten, 15.3 x 21.5 cm
ISBN: 978-3-7855-8608-2 

14,95 € (D) | 15,40 € (A)
ebook: 11,99 € (D)

Verlag: Loewe


die Autorin: 

Emily Trunko ist eine faszinierende Sechzehnjährige aus der Kleinstadt Copley in Ohio. Mit elf hat sie einen Blog namens On Emily’s Bookshelf ins Leben gerufen, in dem sie Bücher rezensiert hat, und mit vierzehn begann sie das Clover Chain Project, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Teenager mit ähnlichen Problemen zusammenzubringen, worauf sogar die regionale Presse aufmerksam wurde. Dear My Blank wurde geboren aus Emilys eigenem Notizbuch voller Briefe, die niemals abgeschickt werden sollten, und ist inzwischen eine Internetsensation.  


Klappentext:

Wer hat nicht schon einmal einen Brief geschrieben und darin die geheimsten Gedanken und Gefühle preisgegeben, sich dann aber doch nicht getraut, ihn abzuschicken?

Die Social Media-Sensation aus den USA! Bisher unveröffentlichte Beiträge des beliebten Tumblr-Blogs Dear My Blank werden in diesem einzigartigen Geschenkbuch vereint. Die liebevollen Illustrationen, das wunderschöne Handlettering und die zutiefst bewegenden Worte machen diese Sammlung zu einem ganz besonderen Jugendbuch, das lange im Gedächtnis bleiben wird.

In ihrem Tumblr-Blog Dear My Blank postet die 16-jährige Emily Trunko anonyme Briefe, Nachrichten und E-Mails der mehr als 35.000 Leser ihres Blogs, die eigentlich nie versendet werden sollten: herzzerreißende Liebesbriefe, zutiefst traurige Abschiedszeilen und auch Worte voller Hoffnung. Diese Texte zeigen, dass wir mit unseren Problemen nicht allein sind, und geben uns den Mut, unseren eigenen Brief vielleicht doch noch zu verschicken.  

Meinung: 

Was eigentlich als einfache Idee begann, hat sich rasend schnell verbreitet und eine riesige Fangemeinde um sich erschaffen. 
Die damals 15-jährige Emily Trunko hat eine riesige Sammlung von Briefen die sie geschrieben, aber nie abgesendet hat. Briefe, um sich ihre Gefühle, Ängste und Hoffnungen von der Seele zu schreiben, quasi zur Selbstheilung.
Als sie diese auf Grund der Menge online stellt, passiert das Unfassbare! Ganz viele Leute senden ebenso ihre Briefe ein und es findet sich eine Online-Gemeinde, die sich gegenseitig unterstützt, aufmuntert und Mut zuspricht! Na wenn das in unseren Zeiten nicht etwas ganz besonderes ist!!

Wie ihr wisst, gehe ich normalerweise in meinen Besprechungen nicht auf das Aussehen eines Buches ein. Wie ihr jedoch am Cover bereits erahnen könnt, lohnt es sich hier, einen zweiten Blick zu riskieren. So farbenfroh und aufmunternd wie es gestaltet wurde, findet sich dies auch in den Seiten wieder. Ich persönlich finde das gut gemacht und auch wichtig! Auch, wenn -oder gerade da- manche Briefe doch recht traurig sind. 

Das Buch ist in unterschiedliche Hauptthemen gegliedert, wie zum Beispiel "Liebes Ich", "Herzschmerz" oder "Freunde", in denen sich eigentlich alles findet, was man selbst bereits erleben musste oder eben auch durfte ;) 
Damit kommen wir zu einem der für mich wichtigsten Aspekte, der zum Lesen des Buches ermuntern sollte:
Jeder von uns hatte doch schon einmal etwas, das ihn lange oder schwer beschäftigt hat, und die meisten bleiben mit ihren Gedanken alleine. Ich selbst habe in meiner Jugend auch Briefe geschrieben, die ich nie versendet habe, jedoch habe ich im Laufe meines "erwachsen werdens" wohl vergessen, wie hilfreich es sein kann, sich seine Emotionen von der Seele zu schreiben! Schade eigentlich, denn es hilft wirklich. 
Dementsprechend haben die Briefe der anderen Leser natürlich einen hohen Wiedererkennungswert und bringen auch die ein oder andere Selbsterkenntnis. Ich selbst habe auch beim Lesen des Öfteren darüber gegrübelt, wem ich HEUTE etwas schreiben würde... Auf jeden Fall wird sich nahezu jeder von uns in Teilen der Briefe wiederfinden, somit lösten sie in mir auch viele Emotionen aus.

Am beeindruckendsten jedoch finde ich, dass es gelungen ist, eine große Community zu erschaffen! Menschen, die deine Ängste teilen, und mit einem offenen "Auge" und wenn möglich Rat und Tat zur Seite stehen! 
In Zeiten des anonymen Internets, in denen es einem unheimlich leicht gemacht wird, auf den Gefühlen anderer herumzutrampeln oder sich lächerlich zu machen (wer hat nicht schon den ein oder anderen Shitstorm gesehen oder gar erleben müssen), finde ich es unfassbar bewegend, einen derartigen Zusammenhalt zu finden! 
Zumal sich die meisten dort ja komplett fremd sind/waren und sich auch nie im "echten" Leben kennenlernen werden. 

Besonders schön finde ich in diesem Kontext auch Emily Trunko´s Aufruf am Ende des Buches. Sie lädt jeden dazu ein, seine Briefe einzusenden um sich zu befreien. Ob andersartig, mutlos, verletzt, ängstlich oder liebevoll, es ist jeder willkommen!
Für mich ist dieses Buch einfach nur herzerwärmend und wunderschön. Ein tolles Projekt, so schlicht und doch so überwältigend!! 


mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Sonntag, 12. Februar 2017

Blogtour Mysterium Tag 2

Hallo und herzlich willkommen zu Tag 2 der Blogtour zu "Mysterium" von Federico Axat


Den Anfang hat gestern ja bereits Mycharmingbooks gemacht und morgen geht es bei Manjasbuchregal weiter. 
Hier findet ihr den kompletten Tourplan, schaut doch auch bei den anderen Stationen vorbei, wir freuen uns auf euren Besuch :)


Schön, dass ihr auch bei mir vorbeischaut :) Das Tagesthema lautet: 
"Mysterium - Wenn der Buchtitel auch Programm ist".

Wie ihr bereits meiner Rezi entnehmen konntet, lebt die Geschichte um Ted von ihren Irrungen und Wirrungen. Obwohl der Anfang des Buches -Teds Selbstmordplan und Lynchs Besuch- noch recht klar erscheinen, treten hier jedoch bereits die ersten Fragen auf, wenn auch noch recht einfache ;) Zum Beispiel:

  • welche geheimnisvolle Organisation Lynch geschickt hat,
  • wie er wissen konnte, dass Ted sich gerade jetzt umbringen will,
  • oder aber auch nur, wie es sein kann, dass Ted sich selbst einen Zettel geschrieben hat, ohne sich daran zu erinnern...
Dazu macht Ted noch die Bekanntschaft mit einem geheimnisvollen und seeehr gefährlichen Opossum. ;) Die Art von Erscheinungen kommen auch in anderen Bereichen vor, wobei wir auch bei diesen nie so genau wissen, was es mit ihnen auf sich hat. Liegen sie an Teds Tumor, sind sie real, oder sind sie letzten Endes gar „einfach nur“ Halluzinationen oder Träume?

Mysterium 

von Federico Axat  

Originaltitel: La Última Salida
Originalverlag: Destino, 2016 
aus dem Spanischen von: Matthias Strobel 

Erscheinungstermin: 10. Februar 2017 

Hardcover, Thriller
432 Seiten
ISBN: 978-3-85535-006-3
€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] 

Verlag: Atrium


Hinzu kommen Lügen, die er scheinbar ohne Grund aufgetischt bekommt, von denen wir nie wissen, ob das soeben gelesene nicht vielleicht doch wahr ist ;) Ein weiterer wichtiger Aspekt -gerade in diesem Kontext- sind Personen, die die Handlung begleiten und sich zum Teil gegenseitig beschuldigen, der "Bösewicht" zu sein. Mit diesen widersprüchlichen Aussagen wird -wie ihr euch sicher denken könnt- nicht nur Ted in die Irre geführt. Recht bald wissen auch wir Leser nicht mehr, wem wir vertrauen können. Das macht der Autor so geschickt, das wir nicht selten in die falsche Richtung rennen oder von unerwarteten Wendungen überrascht werden!
Die Umsetzung des "Mysteriums" wird von vielerlei Details perfekt unterstützt. Zum einen spielt der Autor zum Beispiel mit den Themen Wahnsinn und Paranoia, was die Grenzen dazwischen komplett verwaschen lässt. Viel wörtliche Rede und kurze Sätze erhalten den Spannungsbogen kontinuierlich aufrecht und auch das ein oder andere Kapitel über die Wahrnehmung eines anderen Charakters, lassen immer wieder neue Blickwinkel auf das Geschehen zu, die wir zusätzlich versuchen müssen einzuordnen ;) In dieser Geschichte ist definitiv Nomen Omen! Denn abgesehen davon, dass der Leser nie weiß, wer Freund und wer Feind ist, weiß er auch nie, ob der Freund oder Feind auch tatsächlich real ist ;) Ich wünsche euch viel Spaß im Labyrinth aus Federico Axats Einfallsreichtum und Kreativität, auf der Suche nach der Wahrheit! 


Zu guter Letzt gibt es natürlich auch noch etwas zu gewinnen, nämlich:
  • Je eines von 5 Büchern in Print

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr nur folgende Frage beantworten und schon seid ihr im Lostopf :)


Habt ihr schon einmal etwas erlebt, von dem ihr euch nicht sicher wart, ob es wirklich sein kann??  


Ausgelost wird unter allen kommentierenden Bewerbern, dafür drücke ich euch natürlich alle mir verfügbaren Daumen!


Die Teilnahme ist bis einschließlich 16.2.2017 möglich, am
17.02.2017 erfolgt die Gewinnerbekanntgabe bei der Netzwerk Agentur Bookmark

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.



Freitag, 10. Februar 2017

Tadunos Lied

Quelle: Arche
Tadunos Lied 
von Odafe Atogun  

Originaltitel: Taduno´s Song
Originalverlag: Canongate Books Ltd., Edinburgh, 2016 
aus dem Englischen von: Miriam Mandelkow 

Erscheinungstermin: 10. Februar 2017 

Hardcover, 
256 Seiten
ISBN: 978-3716027554
€ 20,00 [D] | € 20,60 [A]
ebook: € 15,99 [D] 

Verlag: Arche



Klappentext: 

Der berühmte und in seiner Heimat verehrte Musiker Taduno lebt seit drei Monaten im politischen Exil, weil er sich weigert, Loblieder auf das Regime zu singen. Eines Tages erreicht ihn ein Brief von seiner großen Liebe Lela, und was er liest, klingt nicht gut. Voller Sorge kehrt Taduno in sein von Diktatur und Bürgerkrieg gezeichnetes Land zurück. Erstaunt stellt er fest, dass niemand mehr weiß, wer er ist, dass selbst Nachbarn und Freunde ihn nicht mehr erkennen. Es ist, als hätte er nie existiert. Zudem wurde Lela verschleppt, und als er erfährt, wo sie ist, steht er vor einer schweren Gewissensentscheidung, die ihm das Herz zu zerreißen droht: Um die Frau, die er liebt, zu retten, muss Taduno mit seiner Musik die Regierung preisen – oder sollte er erneut für die Freiheit seines Landes singen und dabei die Liebe opfern?


Zitate:

"Er war mit einem einzigen Gepäckstück und dem Traum in diese Stadt gekommen, eines Tages zurückzukehren, damit er weiter dafür kämpfen konnte, sein Land von einem skrupellosen Diktator zu befreien." Seite 11 
"Egal, auf welcher Seite wir stehen die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung." Seite 36
"Früher kannten sie seinen Namen; früher hatten sie ein Foto. Aber dann ist etwas passiert, etwas Komisches, an das sich niemand erinnert, und er wurde zu einem Mann ohne Namen und ohne Gesicht." Seite 37

Meinung: 

Taduno floh vor drei Monaten ins Exil, da er in seinem Heimatland Nigeria politisch verfolgt wird. Mit seinen regimekritischen Liedern gegen den herrschenden Diktator, hat er diesen gegen sich aufgebracht.
Doch urplötzlich erreicht ihn ein Brief seiner Geliebten Lela, die ihm schreibt, dass es in seiner Heimatstadt immer schlimmer wird und er bleiben soll, wo er ist.
Leider bewirkt sie damit genau das Gegenteil, sie entfacht Tadunos Heimweh nur umso mehr! 
Allen Gefahren zum Trotz, reist er in seinem Heimat, wo er feststellen muss, dass sich niemand -nicht einmal seine Nachbarn und engsten Freunde- an ihn erinnert!! Wie konnte das nur geschehen? Oder wird er verrückt?
Noch schlimmer trifft es ihn jedoch zu erfahren, dass Lela von der Regierung entführt wurde, um ihn in die Finger zu bekommen...
Trotz allen Ängsten und Gefahren macht Taduno sich auf, um das Liebste zu retten, was er im Leben besitzt. Aber wird er Lela wirklich befreien können?

Allem voran muss ich wohl sagen, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen typischen Roman handelt, wie man ihn in der Regel in den Händen hält. 
Es erzählt eher eine Geschichte. Eine Geschichte über Mut, Hoffnung und Liebe, aber auch unschönere Dinge wie Verrat und Angst. Das passiert in einem tiefgründigen, stellenweise poetischen Stil voller Phantasie und Bildnissen, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. 
Das sollte man vielleicht vor dem Lesen wissen, sonst fragt man sich vermutlich, wie Musik das Leben eines Landes verändern kann, oder wie es möglich ist, dass sich nicht einmal sein bester Freund an Taduno erinnert. Aber hey, zweifelt nie an der Macht der Musik ;)

Für alle die sich auf eine solche Geschichte einlassen, kann ich nur sagen, dass es sich wirklich lohnt, Taduno auf seiner Reise zu begleiten. Gegen Unterdrückung, Hass, Angst und für die Freiheit, Freundschaft und Liebe. 
Ich empfand die Geschichte dieses Mannes, auf der Suche nach sich selbst, seinem Weg und der Lösung auf die Frage, was richtig und was falsch ist, als sehr bewegend und tief. 
Sie hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck und wird mich noch eine ganze Weile zum Nachdenken anregen! Wundervoll!

mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Sonntag, 5. Februar 2017

Mysterium - und täglich grüßt das Opossum

Quelle: Atrium
Mysterium 
von Federico Axat  

Originaltitel: La Última Salida
Originalverlag: Destino, 2016 
aus dem Spanischen von: Matthias Strobel 

Erscheinungstermin: 10. Februar 2017 

Hardcover, Thriller
432 Seiten
ISBN: 978-3-85535-006-3
€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] 

Verlag: Atrium




Klappentext: 

Der Thriller-Bestseller aus Argentinien wurde zum internationalen Phänomen und erscheint in 35 Ländern. Als der erfolgreiche und todkranke Geschäftsmanns Ted McKay beschließt, sich selbst das Leben zu nehmen, bekommt er Besuch von einem Fremden, der ihn überredet, einen Mord zu begehen. Er willigt ein – und findet heraus, dass ihm sein Auftraggeber etwas Wichtiges verschweigt. Ted beschließt, die ihm verbleibende Zeit zu nutzen, um das Geheimnis des Fremden zu ergründen. Doch wie kann man die Wahrheit finden, wenn die eigene Welt eine einzige Lüge ist?
»Ein grandioses Nervenspiel. Denken Sie an die Filme von Hitchcock, an ›Shutter Island‹ und an die Fernsehserie ›Lost‹. Man kann es nicht mehr aus der Hand legen.« (La Vanguardia)


Zitate:
"Ted McKay wollte sich gerade eine Kugel in den Kopf jagen, als jemand stürmisch an der Tür klingelte. Er wartete. Solange jemand draußen stand, konnte er unmöglich abdrücken." Seite 11
"Ted blieb nichts anderes übrig, als sich zu verstecken. Und aufzuwachen." Seite 124

Meinung: 

Die Geschichte beginnt in Ted´s Arbeitszimmer, in dem er sich gerade das Leben nehmen will. Trotz Frau und Kindern, will er mit der Diagnose "unheilbarer Hirntumor" nicht länger weiterleben.
Doch gerade als es soweit ist, klopft ein Fremder an die Haustür, der einfach nicht aufgibt. Ted staunt nicht schlecht, als der Mann ihm den Deal seines Lebens anbietet, quasi einen "Selbstmordkettenbrief".
Er soll einen Mörder -der der Justiz entkam- und einen Selbstmörder töten, danach ist er an der Reihe. In der Annahme, dass ein Mord an ihm für seine Familie leichter zu ertragen sein würde als ein Selbstmord, willigt er ein und beginnt die Planung.
Jedoch muss er schnell feststellen, dass nicht alle Details, die er zu den Opfern erhalten hat, stimmen, und muss sich fragen, warum er belogen wurde. Doch dies sollen bei weitem nicht die letzten Lügen sein, die er aufgetischt bekommt! Doch bevor er herausfinden kann, was es damit auf sich hat, befindet er sich erneut in seinem Arbeitszimmer, beim selben Selbstmordversuch wie vor ein paar Tagen und draußen klopft ein Fremder!!

Schnell finden wir uns gefangen in der komplexen Story um Ted und dessen Situation. Der Autor ist bemerkenswert kreativ, so wissen wir als Leser eigentlich nie, ob wir uns in einer Wahnvorstellung auf Grund des Tumors, einem Komplott oder ähnlichem befinden. Die Grenzen verlaufen absolut fließend und verschwimmen für uns zwischen Wahnsinn und Wahrnehmung. 
So vergehen die Kapitel wie im Flug, auf der Suche nach der Wahrheit und dem Verständnis, was real ist und was nicht. 
Spannend konstruiert versucht der Leser durchgehend zu verstehen, was gerade vor sich geht, was es mit den aktuellen Geschehnissen auf sich hat und er wird sich bestimmt auch in der ein oder anderen Irreführung wiederfinden ;) Denn oftmals sind die Dinge nicht so wie sie scheinen und manche Infos kommen relativ unerwartet, so dass der Spannungsbogen eigentlich nie wirklich nachlässt.

Ich bin absolut begeistert von Federico Axats Einfallsreichtum und Kreativität, die es schafften, mich tief in Teds Psyche zu entführen und dabei zu keiner Sekunde den roten Faden zu verlieren! Wir erleben Teds Emotionen, Ängste und Hilflosigkeit, was mir persönlich beim Lesen ziemlich nahe ging!
Schuld daran ist natürlich auch der fesselnde Schreibstil, der nicht nur flüssig zu lesen, sondern -zusätzlich durch kurze Kapitel unterstützt- angenehm und kurzweilig ist. 

Lügen, Wahnsinn, Irrungen und Wirrungen. Mir hat das Lesen von Mysterium viel Spaß gemacht und ich fühlte mich durchgehend mehr als gut unterhalten. Ein mysteriöser und geheimnisvoller Lesespaß der besonderen Art!

mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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