Donnerstag, 15. September 2016

Noah will nach Hause

Quelle: ullsteinbuchverlage
Noah will nach Hause
von Sharon Guskin  

Originaltitel: The Forgetting Time
Aus dem Amerikanischen von Carina Tessari
Erscheinungstermin: 22. September 2016 

Klappenbroschur, 432 Seiten
ISBN: 9783793423065  

€ 18,00 [D] | € 18,50 [A] 
ebook € 14,99 [D & A]

Verlag: Allegria






Klappentext: 

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig.  


Meinung:

Janie liebt ihren 4-jähringen Sohn Noah über alles. Früh schon war ihr klar, dass er etwas Besonderes ist.
Doch irgendwie läuft alles aus dem Ruder. Noah hat Angst vor Wasser, lässt sich nicht baden oder waschen. Er hat Albträume,
aus denen er regelmäßig schreiend erwacht und erzählt im Kindergarten Geschichten, die definitiv nicht wahr sein können: Dass er mit Waffen gespielt hat und ihn jemand so lange unter Wasser gedrückt hat, bis er keine Luft mehr bekam zum Beispiel...
Aber das schlimmste für Janie ist, dass er immer häufiger zu ihr sagt, dass er nach Hause zu seiner anderen Mama möchte!
Was ist nur los mit Noah - ist er krank? 
Ein Psychologe denkt, er könnte vielleicht schizophren sein! Janie macht sich im Internet selbst auf die Suche nach möglichen Lösungen und stößt hierbei auf Jerome, der behauptet, Erfahrungen mit Kindern zu haben, die –gerade in jungen Jahren- Erinnerungen an ein früheres Leben haben. Könnte das möglich sein? Das wäre definitiv eine angenehmere Antwort als Schizophrenie!
So macht sie sich auf die Suche nach Hilfe und Lösungen für ihren Sohn, die in immer weitere Ferne zu rücken scheinen.

Für mich war die Idee zu dieser Geschichte wirklich interessant und sie beinhaltet ein paar schöne Denkansätze zum Grübeln. Das hat mir viel Spaß gemacht.
Auch der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen.
Besondere Mühe hat sich die Autorin bei der Ausarbeitung der Charaktere gegeben. So erfahren wir nach und nach deren Geschichte, Hoch- und Tiefpunkte ihres Lebens sowie ihre Sorgen und Ängste.
Leider liegt darin für mich auch der Hund begraben. Was gut gemeint und liebevoll ausgearbeitet ist, verursachte für mich Längen und einen –für ein derartiges Buch, dass stark auf Emotionen und Mitgefühl abzielt- vermutlich nicht gewünschten Effekt:
Ich konnte mich absolut nicht in die Charaktere einfühlen, mit ihnen leiden, hoffen oder ähnliches, dafür waren es einfach zu viele und bei jedem davon noch massig Details dazu.
Jeder für sich gesehen hat eine absolut tiefgründige, emotionale Story, aber auf das ganze Buch gesehen… Sorry, das war mir einfach zu viel. Schade, denn es ist thematisch wirklich spannend und faszinierend!
Zusätzlich zu diesem Kritikpunkt habe ich ehrlich gesagt auch noch ein Problem mit Noah. Ja, es ist ein 4-jähriger Junge und ja, es geht ihm nicht gut. Aber beim Leser kommt eigentlich immer nur eine quengelnde, heulende Nervensäge an.
Ich weiß, dass das so nicht beabsichtigt ist, aber die Punkte, warum Janie ihren Sohn dermaßen liebt, als der kleine, pummelige, quirlige, lachende und herzerwärmende Bub der er ist, kamen bei mir leider nicht an.

Alles in allem bleibt dieses Buch für mich eine nette Lektüre für Zwischendurch mit einer tollen und vor allem interessanten Grundidee, deren Umsetzung mich jedoch nicht ganz überzeugen konnte. 


mein Fazit: 
                                 3 von 5 Sternen



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Sonntag, 11. September 2016

Am Ende aller Zeiten

Quelle: fischerverlage
Am Ende aller Zeiten
von Adrian J Walker  

Originaltitel: The End of the World Running Club
Aus dem Englischen von Nadine Püschel und Gesine Schröder
Erscheinungstermin: 25. August 2016 

Klappenbroschur, 432 Seiten
ISBN: 978-3-596-03704-9  

€ [D] 14,99 | € [A] 15,50 
ebook € [D] 12,99 

Verlag: FISCHER Tor





Der Autor: 

Adrian J Walker wurde Mitte der 70er Jahre in einem Vorort von Sydney geboren, verbrachte aber einen guten Teil seiner Jugend in England. Er studierte in Leeds, arbeitete als Informatiker und lebt heute mit seiner Frau und zwei Kindern in London.  



Klappentext: 

Wie weit würdest du gehen … für die, die du liebst?

Adrian J Walker hat mit ›Am Ende aller Zeiten‹ einen postapokalyptischen Roman geschrieben, in dem ein ganz normaler Familienvater vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt wird.

Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt.
Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang?

Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.
 


Zitate:
"Und überhaupt - wenn man erst Gräber schänden muss, um seine geistige Gesundheit zu beweisen, ist es damit ohnehin nicht mehr weit her." Seite 7
"Wir sprachen nicht darüber. Beth und ich lernten schnell zu verdrängen, womit wir nicht fertigwerden." Seite 50
"Ich versuchte, nicht an die Kälte zu denken, an unsere schwindenden Vorräte oder daran, wie sehr ich mir wünschte, ganz woanders zu sein. Ich versuchte, an gar nichts zu denken." Seite 153

Meinung:

Zu Beginn der Geschichte erhalten wir einen kurzen Einblick in Eds Leben vor der Katastrophe. Er ist unzufrieden, unglücklich und ein echt mieser Familienvater! Statt seiner Frau Beth mit seinen Kindern Alice und Arthur zu helfen, trinkt er lieber und rettet sich mit der Ausrede, dass er ja schließlich arbeiten gehen muss. 
Auch die Gesellschaft als solches empfindet er nicht gerade prickelnd. Er hält die Menschheit für verdummt, soziale Netzwerke u.Ä. sind ihm ein Gräuel. So ist es nicht verwunderlich, dass er die kommende Katastrophe nahezu als Erleichterung empfindet. Eine gerechte Strafe gegenüber der Menschheit, die sich selbst als Krone der Schöpfung sieht. Während er den letzten Tag resümiert, ist er sich dessen, dass er ein schlechter Ehemann und Vater ist, bereits schmerzlich bewusst. Aber hilft ja nix ;)

Als die Katastrophe losgeht, geht alles ganz schnell. Genaugenommen kommt das Chaos in Form von Plünderungen und Gewalt bereits vorher. In der Not ist eben doch jeder sich selbst der Nächste, oder?
Er verbringt die Zeit nach den Meteor- und Asteroideneinschlägen mit seiner Familie im Keller, aus dem sie mehr durch Zufall von Soldaten gerettet werden. Doch auch in der Kaserne tut er alles, um seiner Familie aus dem Weg zu gehen. So kommt es, dass er nach einem Versorgungsausflug mit 6 Anderen zurückkommt und keiner der Überlebenden mehr da ist. Alle, die sich in der Kaserne befanden, wurden durch die Sauver gerettet und zu Schiffen gebracht, die das Land evakuieren sollen. 500 Meilen trennen Ed nun von seiner Familie... Wie soll er das nur schaffen?? 
Begleitet Ed auf seiner abenteuerlichen und gefährlichen Reise voller Hoffnungslosigkeit, Gefahren sowie menschlichen Abgründen, aber auch Hoffnung, Kameradschaft und einer guten Portion Humor ;)

Das Szenario, mit dem der Autor seiner Geschichte Leben einhaucht, ist wirklich gelungen. Es umfasst alles, was man sich von einem guten Endzeit-Roman wünscht. Wir schwanken zwischen Hoffnungslosigkeit und neu auferstandener Hoffnung, so dass die Emotionen einen recht authentischen Eindruck entstehen lassen. Ich habe durchgehend mit unserem -zugegeben anfangs noch etwas unsympathischen- Protagonisten Ed, mitgefiebert, gelitten und gelacht :) 
Wobei die zu erwartenden menschlichen Abgründe aber auch die Lichtblicke ein rundes Bild abgeben.

Auch durchlaufen die Charaktere eine spannende Entwicklung, die beim Lesen einen durchdachten Eindruck hinterlassen. Dies geschieht einerseits durch den angenehmen Schreibstil, aber auch durch die geschickt konstruierten Wendungen, die unsere kleiner Truppe erlebt. 

Und ja, auch das eigene Kopfkino kommt definitiv nicht zu kurz! Oftmals steht man vor der Frage, ob es wirklich so wäre und vor allem, wie man selbst mit der Situation umgehen würde. Vor allem, wenn zum Beispiel die sogenannten "Karnickel" auftauchen. Die, die sich zusammenrotten, alles plündern und vor dem Beenden eines Menschenlebens nicht halt machen, um sich Nahrungsmittel, Munition oder Wasser zu besorgen. Wirklich oft steht man vor der Frage, wie weit man selbst gehen würde, um sich oder seine Familie zu schützen.
Einzig das Ende hätte für mich noch einen oder zwei Punkte mehr vertragen können, um befriedigt aus der Geschichte herauszugehen. Aber hey, dafür ist es wohl ein Endzeit-Roman und kein Märchenbuch ;)

Düster, beklemmend, ab und an tiefgründig und für mich gut vorstellbar! Ich hatte viel Spaß beim Lesen und halte die Geschichte um Ed und seine Reise für wirklich empfehlenswert, denn sie ist hart aber schonungslos ehrlich!
Für mich war sie allein schon deshalb lesenswert, weil ich die teilweise doch recht sozialkritische Art sehr passend fand und diese, zumindest teilweise, sehr gut nachempfinden kann. Passt perfekt zur Story ;)  


mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Dienstag, 6. September 2016

Animox #1 - Das Heulen der Wölfe

Quelle: Oetinger
Animox #1 - Das Heulen der Wölfe
von Aimée Carter  

Originaltitel: Simon Thorn and the Wolf´s Den
Aus dem Amerikanischen von Maren Illinger
Erscheinungstermin: 22. August 2016 

Gebunden, 384 Seiten
ab 10 Jahre
14,5x21,0 cm
ISBN: 978-3-7891-4623-7 

EUR 14,99 | EUA 15,50 
ebook EUR 11,99 

Verlag: Oetinger



Klappentext: 

Krieg der Tierwandler: Als Ratten seine Mutter entführen und sein Onkel sich in einen Wolf verwandelt, wird dem 12-jährigen Simon in Aimée Carters "Animox" klar: Seine Familie zählt zu den sogenannten Animox – Menschen, die sich in mächtige Tiere verwandeln können. Und schon steckt er mitten im erbitterten Krieg der fünf Königreiche der Animox. Ob Simon ein Nachfahre des „Beast King“ ist, der sich in alle fünf Tierarten verwandeln kann?
Eine Heldengeschichte mit Warrior-Cats-Appeal.
www.animox-buch.de
 



Zitate:
"Je länger der Schultag andauerte, desto kleiner fühlte er sich - bis er den Eindruck hatte, überhaupt nicht mehr zu existieren." Seite 26
"Ich gehöre zu ... dieser Welt, in der Menschen sich in Tiere verwandeln können, und du hast es mir nicht gesagt." Seite 219

Charakter:

Der 12-jährige Simon lebt mit seinem Onkel Darryl in New York. Seine Mutter, die beruflich viel auf Reisen muss, sieht er so gut wie nie, maximal an Weihnachten und an Geburtstagen. Obwohl er seinen Onkel liebt, vermisst er sie doch sehr, auch wenn die Enttäuschung und der Zorn darüber, dass sie ihn immer alleine lässt, tief sitzt. 
Und als wäre das noch nicht schlimm genug, ist er auch ansonsten ein Einzelgänger. Seine Mitschüler hänseln ihn und selbst sein bester Freund Colin hat sich von ihm abgewendet. Erst wusste er nicht, warum das so ist. Aber seit einem Jahr kann er Tiere verstehen und auch mit ihnen kommunizieren - das ist seinen Klassenkameraden natürlich auch aufgefallen. Na spitze, dann ist er wenigstens nicht der Einzige, der an seinem Verstand zweifelt ;) Doch selbst an diese Hänseleien hat er sich mittlerweile gewöhnt. Alles was er will, ist irgendwann groß und stark genug zu sein, um dem Ganzen zu entfliehen.


Meinung:

Nachdem wir eine kurze, aber wirklich süße Einführung in Simons bisheriges Leben erhalten haben, geht es auch schon gleich spannend los. Etwas unfassbares geschieht: Ein Adler sucht ihn auf und sagt ihm, dass er mit ihm mitkommen solle, da er in großer Gefahr schwebe, denn die Säuger würden ihn verfolgen!? Plötzlich ist seine Mutter da und kurz darauf werden er, sie und sein Onkel von einem Heer von Ratten angegriffen. Hierbei kann Simon nur mit Hilfe entkommen, aber seine Mutter wird entführt! Er muss sie zurückholen - koste es, was es wolle. Nur, wie soll er das anstellen? Und wo soll er nur anfangen? 
Die Tatsache, dass er damit überrumpelt wird, ebenso wie seine Mutter und sein Onkel ein Gestaltwandler -ein sogenannter Animox- zu sein, macht seine Situation nicht leichter...

Als großer Fan der Reihe um "das göttliche Mädchen", war ich schon vor dem Erhalt des Buchs unheimlich neugierig darauf! Ich fand Aimée Carters Schreibstil und ihre Ideen schon damals toll und war somit sehr gespannt, ob sie mich mit einem eher "jüngeren" Buch genauso fesseln kann. Und tja, was soll ich sagen: Sie kann!

Natürlich sind Ausdrucksweise und Gedankengänge an den jungen und manchmal sehr dickköpfigen Protagonisten angepasst, jedoch ohne irgendwie störend oder nervig zu sein. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich vielleicht lieber aufhören würde, da die Story zu "kindlich" ist. Ganz im Gegenteil. Die Art, mit der die Autorin Simon zum Leben erweckt ist durchweg stimmig, unterhaltsam, phantasievoll und vor allem spannend! 

Geschickt hat die Autorin es geschafft, ein Szenario voller Misstrauen, Überraschungen und Gefahren zu erschaffen, das mich durchgehend fesseln konnte. Die absolut gekonnte Mischung aus den unterschiedlichsten Elementen wie Angst, Abenteuer, Freundschaft, und dem absoluten Nichtwissen, wer wem in wieweit vertrauen kann, hat mir persönlich unheimlich viel Spaß gemacht.

Für mich war "Animox - Das Heulen der Wölfe" ein wirklich gelungenes Abenteuer für Jung und Alt! Ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung in die Finger zu bekommen :) 

Vielen herzlichen Dank an den Oetinger Verlag für dieses Rezensionsexemplar! 
mein Fazit: 
                                 5 von 5 Sternen



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Sonntag, 4. September 2016

Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Quelle: bloomoon
Godess of Poison - Tödliche Berührung

Originaltitel: The Sin Eater's Daughter
Übersetzt von A. M. Grünewald

Erscheinungstermin: 19. September 2016
Hardcover mit Schutzumschlag und Folienprägung
Ab 14 Jahren, 352 Seiten, 22,0x15,2cm
ISBN: 978-3-8458-1513-8 

17,99 € [D], 18,50 € [A], CHF 25,90
ebook 15,99 € [D], 15,99 € [A], CHF 18,00

Verlag: Bloomoon


die Autorin: 

Melinda Salisbury lebt im Süden Englands am Meer. Als Kind war sie davon überzeugt, dass das Buch Matilda von Roald Dahl ihre Biografie war. Zu diesem Irrtum maßgeblich beigetragen hat ihr Großvater, der Melinda in seiner Zerstreutheit oft „Matilda“ nannte. Zu ihrem Bedauern hat sie selbst nie telekinetische Fähigkeiten entwickelt. Melinda liebt es zu reisen und Abenteuer zu erleben. Außerdem mag sie mittelalterliche Burgen, nicht-mittelalterliche Aquarien, Richard III. und alles, was aus Skandinavien kommt. The Sin Eater’s Daughter ist ihr erster Roman.


Klappentext:

Die siebzehnjährige Twylla ist kein Mädchen wie jedes andere: Sie ist die Verkörperung der Großen Göttin und wird als solche im ganzen Land verehrt - außerdem ist es ihr bestimmt, einmal den Kronprinzen zu heiraten. Doch ihr göttliches Schicksal bringt auch eine schreckliche Verpflichtung mit sich: Jeden Monat muss sie tödliches Gift trinken, gegen das nur sie, als göttliche Inkarnation, immun ist. Doch jeder, der Twylla berührt, wird von dem Gift infiziert und stirbt. 

Twylla ist der einsamste Mensch der Welt. Wer kann schon ein Mädchen lieben, das regelmäßig Verbrecher und Verräter durch seine Berührung hinrichtet? Vor der alle erschrocken zurückweichen, sobald sie einen Raum betritt? Sogar der Kronprinz, der ja einmal ihr Mann werden soll, meidet sie. Doch alles ändert sich, als Twylla ein neuer Wächter zur Seite gestellt wird. Mit frechem Grinsen und unangemessenen Bemerkungen zieht der junge Mann alles, woran Twylla geglaubt hat, in Zweifel. Ist ihre Heirat mit dem Prinzen wirklich vom Schicksal vorherbestimmt? Ist sie tatsächlich die Verkörperung einer Gottheit? Und nicht zuletzt: Was hat es mit dem schrecklichen Gift auf sich, das auf alle, außer auf Twylla, eine tödliche Wirkung hat? 
Nach und nach deckt Twylla mit Hilfe ihres charmanten Beschützers eine mörderische Intrige auf, die die Grundfesten des gesamten Landes Lormere ins Wanken bringt …  


Zitate:
"Es schien kein allzu furchtbarer Preis, nie zu berühren und nie berührt zu werden; schließlich hatte ich den einzigen Menschen zurückgelassen, der mir je Liebe und Zuneigung gezeigt hatte. Aber ich hatte mich geirrt." Pos. 130
"Sie schreien Euretwegen. Denn ganz gleich, was die Folterer ihnen antun, es ist nichts im Vergleich zu dem, was sie von Euch zu erwarten haben." Pos. 185

Meinung:

Twylla hatte eine schwere Kindheit. Als Tochter der Sündenesserin war es ihr vorbestimmtes Schicksal, diese Aufgabe eines Tages zu übernehmen und so, nach dem Ableben eines Menschen, dessen Sünden in Form von Nahrungsmitteln zu verspeisen, damit dieser davon erlöst wird. Ihr größter Wunsch war es, diesem Leben zu entfliehen. Zumal sie zwar ihre kleine Schwester liebt, aber ihre Mutter wahrlich keine herzliche Frau ist.
Dieser Wunsch wurde ihr gewährt, als eines Tages die Königin von Lormere vor ihrer Tür stand und erklärte, dass sie die göttliche Daunen -die wiedergeborene Tochter der Götter- sei. Obwohl Twylla mit der Entscheidung, ihr altes Leben hinter sich zu lassen, auch das Recht verwirkt hat, Kontakt mit ihrer Familie zu halten, entschied sie sich für ein Leben am Hof. Zumal das beinhaltete, die zukünftige Braut des Prinzen zu sein.

Was Twylla nicht bedacht hatte, war die Tatsache, dass sie als göttliche Daunen -die sie bis zur Vermählung mit dem Prinzen bleiben wird- ein noch einsameres Leben führen würde, als bisher...

Ihre schillernden Träume haben sich zu ihren größten Albträumen verwandelt, denn als Daunen muss sie monatlich Gift von Morgenandorn zu sich nehmen. Zum einen um zu beweisen, dass sie die von den Göttern Erwählte ist, denn ansonsten würde das Gift sie töten, und zum anderen um das Werkzeug des Königspaares zu sein. 
Denn durch die Einnahme ist ihre Haut giftig und jeder, der sie berührt, stirbt einen grauenvollen Tod! Ihre Aufgabe ist es, auf diese Weise Hochverräter und sonstige Kriminelle hinzurichten. 
So hatte sie sich das wahrlich nicht vorgestellt! Sie will weder jemanden umbringen müssen (doch welche Wahl hat sie? Wenn sie es nicht tut, zieht sie sich womöglich den Unwillen der Götter zu und stirbt bei der nächsten Gifteinnahme), noch kann sie sich weiterhin an der Schönheit des Schlosses und den Pomp am Hof erfreuen. Denn noch nie in ihrem Leben war sie dermaßen einsam! 
Niemand darf sie berühren, alle haben Angst vor ihr...
Und die Königin, die sich damals als ihre Rettung darstellte, ist mittlerweile das genaue Gegenteil. Twylla hasst sie, denn sie ist grausam und gefährlich für jeden, der ihr auch nur unangenehm auffällt.
Doch welche Optionen bleiben Twylla? Kann sie überhaupt etwas tun? Und wenn nicht, wie lange kann sie dieses Leben noch aushalten?

Ganz langsam werden wir in Twyllas Misere eingeführt, wobei wir gerade zu Beginn immer wieder über kleine Anspielungen stolpern, die erst im Verlauf der Geschichte aufgelöst werden.
Wir erfahren hierbei nicht nur, wie ihr Leben heute aussieht (so war sie zum Beispiel gezwungen, ihren besten Freund zu töten), sondern auch, wie ihr früheres Leben als Tochter der Sündenesserin war.

In einen angenehmen, schönen Schreibstil verpackt, dürfen wir so immer tiefer in den Charakter Twylla eintauchen und an ihrem Leben, gezeichnet von Einsamkeit, Verlust und Angst teilhaben.
Ihr seht schon, auf was ich hinaus will ;) Atmosphärisch ist die Geschichte wirklich überzeugend gelungen! Wenn zum Beispiel erzählt wird, dass jeder ihrer Wächter relativ schnell Reißaus nimmt, weil sie einfach zu viel Angst vor ihr haben, bricht einem fast das Herz. :(

Für mich war Melinda Salisburys Debut wirklich lesenswert, zumal sie viele tolle Elemente in ihre Geschichte eingestrickt hat. Aberglauben, Märchen, vielerlei Emotionen und so manch unerwartete Wendung haben Twyllas Geschichte wirklich schön werden lassen.

Leider ist jedoch das erste Drittel für meinen Geschmack etwas zu ausufernd geworden. Dieser Teil, der hauptsächlich ihr Leben und ihre Situation behandelt, zieht sich etwas und hätte für mich gerne ein bisschen gekürzt werden können. 
Ich vermute, dass sich die Autorin einfach etwas zu viel Mühe gegeben hat, uns den Charakter ans Herz zu legen. Aber da die Geschichte davon abgesehen wirklich Spaß gemacht hat und absolut fesselnd war, bin ich guter Dinge, dass sich das bei ihrem nächsten Werk legen wird. 
Ich persönlich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil ;) 


Vielen herzlichen Dank an Bloomoon und Netgalley für dieses Vorabexemplar!




                       




mein Fazit: 

4 von 5 Sternen
  
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